Urgestein Hansa-Theater Hamburg – Deutschlands ältestes Varieté

Es war einmal in Hamburg

Wenn man die umgangssprachliche Bezeichnung „Stehaufmännchen“ auch für ein Theater verwenden könnte, dann hätte das Hansa-Theater Hamburg diese redlich verdient. Denn dieses Haus musste im Laufe seiner nun bereits insgesamt über 125 Jahre währenden Geschichte schon so manchen Tiefpunkt verkraften- gilt damit als Deutschlands ältestes Varieté. Und trotz allem existiert es noch und bildet mit dem aktuellen Hansa-Theater-Programm eine schillernde und faszinierende Mischung aus vergangenem Glanz und moderner Theater- und Varietékunst.

Doch beginnen wir am Anfang … Wir schreiben das Jahr 1893, als Paul Wilhelm Grell, seines Zeichens Bierbrauer, den Hansa-Concert-Saal im Hamburger Stadtteil St. Georg kauft. Umgestaltet zum Varietétheater mit integrierter Gastronomie öffnet das Hansa-Theater im März 1894 seine Pforten – die Geburtsstunde einer echten Legende. Denn in den kommenden Jahrzehnten locken während der Öffnungszeitem nicht nur die dort aufgeführten Stücke, sondern auch das dort auftretende „Who’s Who“ der damaligen Zeit die Besucher an.

Das seit 1927 durch die Abschaffung des Gastronomiebetriebs circa 1.500 Besucher fassende Theater bietet deutscher und internationaler Prominenz eine Bühne. Hans Albers, die Comedian Harmonists, Harry Houdini, Enrico Rastelli oder Josefine Baker sind nur einige der Vertreter aus der Riege von Varieté- und Zauberkünstlern, Tänzern, Sängern und Schauspielern. Alles geht so lange gut, bis der Zweite Weltkrieg seinen Weg nach Hamburg findet. Hier tut der Krieg das, was Kriege immer tun – er zerstört. 1943 treffen die Bombenangriffe auch das Hansa-Theater und beenden damit die erste Geschichte des Hauses.

Weitere Geschichte des Hansa Theater Hamburg

Doch kaum, dass praktisch kein Stein mehr auf dem anderen steht, zeigt sich Überlebenswille. Kurt Grell, Sohn des ersten Betreibers und seit 1924 selbst als solcher aktiv, macht sich an den Wiederaufbau. Mit Genehmigung der Besatzungsmächte öffnet das Hansa-Theater bereits im August 1945 mit einem 330 Plätze vorsehenden Saalplan an der bis heute aktuellen Adresse Steindamm 17 erneut seine Pforten. Und die Institution wächst und gedeiht.

Nach einem 1953 erfolgten Umbau verbindet man wieder Showtheater und Gastronomie miteinander. Und wieder zieht das Haus bekannte Namen wie Catharina Valente sowie künftige Stars an. So treten 1964 die Zauberkünstler Siegfried und Partner auf, die später als Siegfried und Roy international bekannt werden. Nach Kurt Grells Tod im Jahr 1967 betreibt seine Witwe Telse Grell das Hansa-Theater weiter. Es wird zu einem Ort der Nostalgie.

Das bezieht sich nicht nur auf die unverändert bleibende Einrichtung, sondern auch auf das traditionell ausgerichtete Hansa-Theater-Programm. Man verweigert sich auch bewusst dem wachsenden Einfluss des Fernsehens und wirbt damit, niemals Aufzeichnungen im Theater zuzulassen. Dieses Konzept geht nur im Hansa-Theater auf, welches lange Zeit das einzige klassische Varietétheater der Bundesrepublik Deutschland bleibt.

Die 90er Jahre

Doch dass auch das stärkste Fundament nicht ewig Bestand hat, zeigt sich ab der Mitte der 90er Jahre. Denn selbst wenn es im Hansa-Theater vielfach so scheint, so ist die Zeit doch nicht stehen geblieben. War der Steindamm 100 Jahre zuvor noch ein Prachtboulevard, der ein elegantes Publikum anzog, könnte der Kontrast nun größer kaum sein. Der Stadtteil St. Georg ist zum Drogen- und Rotlichtviertel geworden, in dem das Hansa-Theater beinahe wie ein Fremdkörper anmutet.

Das Haus kämpft mit schwindenden Besucherzahlen und schreibt rote Zahlen, sodass die Verluste bald sogar in die Millionenhöhe gehen. Der lange Kampf scheint nach der Jahrtausendwende endgültig verloren, die letzten Hansa-Theater-Karten werden verkauft. Am Silvesterabend 2001 findet im Hansa-Theater die letzte Vorstellung statt. Rund 36 Millionen Besucher, über 51.000 Shows und über 25.000 Künstler hat das Traditionshaus bis dato gesehen.

Doch wider Erwarten ist dies nicht das Ende, das Hansa-Theater befindet sich, wie sich zeigt, nur in einer Art Dornröschenschlaf. Es bleibt geschlossen, aber auch erhalten. Am 3. Januar 2009 erlebt das Hansa-Theater bereits seine zweite Wiederauferstehung. Thomas Collien und Ulrich Walter, die Intendanten des St. Pauli-Theaters starten ein – wie sich zeigen soll – Langzeitexperiment.

Die Wiederbelebung des alten Konzepts

Das alte Konzept wurde neu belebt, das Hansa-Theater sorgfältig renoviert, dabei aber der ursprüngliche Zustand grundlegend beibehalten.

Wieder gibt es nostalgisch angehauchte Shows und – nach Betätigung des klassischen Kellner-Rufschalters – Leckerbissen aus dem Fischereihafen Restaurant zu den Vorstellungen. Seit 2018 stehen das Gebäude sowie seine Inneneinrichtung unter Denkmalschutz. Bislang beschränken sich die Öffnungszeitem auf die Spielzeit von Oktober bis Februar, mit Zusatzshows im März. Für die Zukunft ist jedoch auch eine Sommer-Saison für das Hansa-Theater geplant.

Neben dem traditionellen Varieté bietet das Hansa-Theater auch Raum für Theaterstücke und Musicals. Da kaum etwas zu einem Traditionshaus so gut passt, wie ein Traditionsmusical wird von Februar bis April 2020 das Musical Cabaret zu sehen sein. Das übrige Hansa-Theater-Programm bietet abwechslungsreiche Varietéshows mit Artisten, Kabarettisten und Schauspielern. Und so wird die Geschichte des Hansa-Theaters weitergeschrieben, das inzwischen längst zu einem Wahrzeichen Hamburgs und der deutschen Theaterlandschaft geworden ist.

Ihr Weg zu den mitreißenden Schows im Hansa Theater Hamburg

Sie haben jederzeit die Möglichkeit, Hansa-Theater-Karten und Gutscheine zu erwerben. Hierzu können Sie die offizielle Tickethotline des Theaters nutzen. Auch eine Online-Karten- und Gutscheinbestellung ist möglich. Für die Kartenbestellung steht Ihnen ein Saalplan zur Verfügung. Das Hansa-Theater weist allerdings darauf hin, dass dieser nicht alle tatsächlich buchbaren Plätze abbildet.

Besucher sind daher dazu angehalten, freie Plätze gegebenenfalls telefonisch zu erfragen. Natürlich können Sie Ihre Karten auch direkt vor Ort im Hansa-Theater kaufen. Karten werden auch über das St. Pauli Theater, die Hamburger-Abendblatt-Geschäftsstelle, die Hamburger-Abendblatt-Ticketshops sowie offizielle Vorverkaufsstellen vertrieben.

Die Preise für die Shows richten sich nach dem jeweiligen Spieltag sowie den gebuchten Plätzen. Tickets für die Shows am Dienstag um 19:30 Uhr sowie Sonntag um 19:00 Uhr kosten 39,90 Euro und 49,90 Euro. Für die übrigen Zeiten liegen die Preise zwischen 47,90 Euro und 79,90 Euro. Den Kauf der Karten können Sie mit einer Buchung der angebotenen Speisen verbinden.

Die Vorstellungen finden aktuell Dienstag bis Freitag um 19:30 Uhr, Samstag um 16:00 Uhr und 20:00 Uhr sowie Sonntag 15:00 Uhr und 19:00 Uhr statt.

Lassen Sie sich von dem Urgestein der deutschen Theaterlandschaft beeindrucken und sichern Sie sich Ihre Hansa-Theater-Karten.

Anbindung an das Hansa Theater Hamburg

Die offizielle Adresse des Theaters lautet: Hansa Varieté Theater, Steindamm 17, 20099 Hamburg.

Direkt hinter dem Hansa-Theater befindet sich ein Parkplatz, den Sie über die Bremer Reihe 16-18 einfahrend nutzen können. Doch auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich das Theater sehr gut erreichen. Mit dem S-Bahnhof sowie U-Bahnhof Hauptbahnhof und verschiedenen Busanbindungen verbleiben lediglich 4-5 Minuten Fußweg zum Hansa-Theater.

Gastronomie und Hotels in der Nähe

Das Hansa-Theater liegt am Steindamm, einer der belebtesten Hauptstraßen Hamburgs. An dieser sowie in der unmittelbaren Umgebung finden Sie mehr als ein Dutzend Hotels unterschiedlicher Kategorie und Preisklasse und damit ausreichend Unterkunftsmöglichkeiten. Aufgrund der Nähe zum Hamburger Hauptbahnhof können Sie sich natürlich auch für eine An- und Abreise ohne Übernachtung in Hamburg entscheiden.

Wenn Sie in einem dieser Häuser residieren, erreichen Sie das Theater in nur wenigen Gehminuten. Von den Hotels in der Nähe liegen die beiden 3-Sterne-Häuser Hotel Lumen und Hotel Residence dem Hansa-Theater am Nächsten. Nicht nur Hotelbetriebe, sondern auch zahlreiche gastronomische Angebote warten rund um das Hansa-Theater auf Sie.

Der bunt gemischte Stadtteil St. Georg bietet eine eben solche Mischung zahlreicher internationaler Restaurants. Die direkt am Steindamm gelegenen Einrichtungen Singh Indian Restaurant, das orientalische L’Amira Steindamm oder das Restaurant Facette im ARCOTEL Rubin Hamburg sind nur drei Beispiele für die kulinarische Vielfalt.

Weiterführende Links:
Variete im Hansa Theater Hamburg